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Pressebericht vom 15. April 2003:
Mähen und Pressen als KerngeschäftAugust Ott, 8356 Ettenhausen Lohnunternehmer sind zunehmend auch im Graswirtschaftsgebiet anzutreffen. Ruedi Gebistorf hat sich voll auf das Mähen und Pressen spezialisiert. Mit der Anschaffung des Hochleistungsmähers BigM von Krone, dem ersten in der Schweiz, hat er einen neuen Akzent gesetzt.Vor rund zehn Jahren machte sich Ruedi Gebistorf Gedanken, wie es mit seinem Milchwirtschaftsbetrieb von 12 Hektaren oberhalb Dierikon (LU) weiter gehen soll. Vorerst einmal hielt er einfach Augen und Ohren offen. Ein Gespräch mit einem Lohnunternehmer brachte dann die Lösung. Beide bildeten zusammen eine Betriebszweiggemeinschaft. Der Lohnunternehmer übernahm die Milchwirtschaft, Gebistorf übernahm die Maschinen.Als erstes schaffte er sich eine Quaderballenpresse mit Wickler an. Bald darauf folgte die zweite Quaderpresse, ebenfalls mit Wickler. Vor vier Jahren bot Gebistorf erstmals ein Mähkombination an. Die erste Rundballenpresse kaufte er sich vor zwei Jahren. Pressen und MähenRuedi Gebistorf will sich voll auf die Graswirtschaft konzentrieren und hat den Schwerpunkt beim Pressen und Mähen gesetzt. Das Angebot der Mähkombination sei zwar ein Risiko gewesen, meint er, aber er habe damals einige Kunden auf das Mähen angesprochen und sie hätten erstaunlich positiv reagiert. Es waren vor allem grosse Betriebe, die bei diesen stark zeitgebundenen Erntearbeiten rascher an die Grenzen der Schlagkraft stossen. Wenn man die Futterbergung durch den Lohnunternehmer machen lässt, sollte eben auch beim Mähen und Bearbeiten die entsprechende Schlagkraft vorhanden sein. Wenn Gebistorf vom Mähen im Lohn spricht, erwähnt er auch den Flugplatz Emmen. Die Möglichkeiten, auf diesem Gelände landwirtschaftliche Arbeiten auszuführen, seien meistens zeitlich sehr eng begrenzt, weil der Flugbetrieb nicht gestört werden darf. Deshalb ist Schlagkraft gefragt.Zwei Mähkombinationen im AngebotDurch gutes Management war die erste Mähkombination, die aus einem Fendt Allrad von 125 PS mit Front- und Heckmähwerk mit sechs Meter Arbeitsbreite bestand, schnell ausgelastet. Es folgte die zweite Mähkombination zum Traktor und im dritten Jahr setzte er eine Eigenkonstruktion ein. Sie basierte auf dem Fahrwerk und Antrieb eines alten Deutz-Mähdreschers und hatte zwei leicht versetzte Frontwähwerke. Diese Eigenkonstruktion verkaufte Gebistorf aber wieder und ersetzte sie durch ein professionelles Hochleistungsgerät, den BigM von Krone. Heute ist der BigM und eine zweiteilige Mähkombination mit Traktor im Einsatz.Selbstfahrer mit HöchstleistungDer BigM ist ein Hochleistungsmäher mit modernster Technik. Der Antrieb ist vollhydrostatisch mit Radialkolbenmotoren auf allen vier Rädern. Da damit auch die Differentiale und die Differentialsperren wegfallen, verfügt jedes Rad über Drehzahlsensoren. Bei Durchdrehen eines Rades kann dessen Ölzufluss gesperrt werden. Die Hecklenkung verleiht dem Fahrzeug eine hohe Wendigkeit. Gemäht wird mit einem Front- und zwei seitlichen Mähwerken. Die seitlichen Mähwerke sind zwischen den «Achsen» angeordnet. Dadurch ergibt sich eine günstige Gewichtsverteilung von 60 zu 40 Prozent. Das Scheibenmähwerk ist mit einem Aufbereiter aus V-Zinken ausgerüstet und bringt eine beachtliche theoretische Mähbreite von 9.10 Metern. Das Ausheben am Feldende geschieht auf Knopfdruck, wobei zuerst das Frontmähwerk abhebt und mit zeitlicher Verzögerung die beiden Seitenmähwerke. Die Aufbereitungsintensität kann nicht nur über den Durchlass, sondern auch über die Drehzahl gesteuert werden. Ruedi Gebistorf ist vom technischen Angebot insgesamt positiv überrascht. Der Arbeitsplatz in der Kabine sei einwandfrei. Der Lärmpegel sei tief und die Bedienung durchdacht und einfach. Er erachtet die Maschine als ausgereift. Das Nachfolgemodell, der BigM II, sei zwar schwerer, habe aber auch grössere Reifen, und das sei positiv. Die Vorderachsfederung vermisst er nicht, da bereits die flexiblen Terrareifen einen hohen Federungskomfort bei Strassenfahrt bieten. Für die Zulassung zum Strassenverkehr mussten allerdings noch Lärmschutzmassnahmen getroffen werden. Bodenschonende TerrareifenAnfangs hatte Gebistorf noch Bedenken wegen der Bodenbelastung. Die breiten Terrareifen haben sich aber gut bewährt. Unter normalen Verhältnissen hinterlasse die Maschine keine Spuren. Zudem werden die Anzahl Durchfahrten mit der hohen Arbeitsbreite und auch die Wendemanöver mit der Hecklenkung tief gehalten. Auch die Kunden haben ihre zu Beginn vorsichtige Haltung bald aufgegeben. Sie schätzen heute vielmehr die hohe Leistung und Schlagkraft. Bei günstigen Parzellenverhältnissen mäht der BigM zehn Hektaren oder mehr pro Stunde, und das vermag auch höchsten Ansprüchen zu genügen. Der Einsatz im Hanggelände ist wegen der seitlichen Abtrift allerdings begrenzt. Gebistorf sieht die Grenze etwa dort, wo auch der selbstfahrende Häcksler Probleme bekommt. Auch bezüglich Parzellengrösse sieht er Grenzen. Flächen unter einer Hektare mäht er mit der Traktorkombination. Interessanter TarifBei Ruedi Gebistorf ist gewiss Freude an der Technik zu spüren, das gehört zu seinem Beruf. Aber er ist sich auch bewusst, dass er die Technik so einsetzen muss, dass er sie auch bezahlen kann. Das gehört zum Überleben des Unternehmens. Er hat Auslastung und Einsatzverhältnisse präzis gerechnet und eine ausgewogene Tarifstruktur erstellt. Der Tarif für den BigM ist flächen- und zeitabhängig. Jeder Einsatz wird mit einer Anfahrtspauschale von Fr. 20.- und einem Hektaransatz von ebenfalls Fr. 20.- belastet. Zusätzlich verrechnet er Fr. 6.20 pro Minute. Bei guten Verhältnissen, wo der BigM seine Leistung ausspielen kann, kommt damit die Hektare auf 60 bis 65 Fr. zu stehen. Das sind Tarife, die deutlich unter dem Wert einer Vollkostenrechnung liegen, die ein Landwirt auch bei guter Auslastung des Mähwerks bei Eigenmechanisierung erhält. Im vergangenen Jahr hat Gebistorf die gewünschte Flächen von 600 Hektaren mit dem BigM erreicht. Er hält aber fest, dass dessen Potenzial damit noch nicht ausgeschöpft sei. Steckbrief BetriebRuedi Gebistorf, landwirtschaftliches Lohnunternehmen, 6036 Dierikon (LU), Schwerpunkt Graswirtschaft. 2 Quaderpressen mit Wickler, 1 Rundballenpresse. 2 Mähkombinationen mit 2 und 3 Mähwerken. Futterhandel, vorwiegend Siloballen für Pferdehalter. 2 Arbeitskräfte ganzjährig, im Sommer 3. Dazu kommen Aushilfen, die auf Abruf bereit stehen. Technische Daten zum BigMMotor: John Deere mit 300 PS Arbeitsbreite: 9.1 m Transportbreite: 3.15 m (Ausnahmefahrzeug) Gewicht mit drei Mähwerken: 11.4 t (60% vorne; 40% hinten) Bereifung vorne: 700/50-26.5, hinten: 600/55-26.5 Hinterachslenkung Vollhydrostatischer Antrieb
Mit rund 9 m Arbeitsbreite erzielt der BigM eine bestechende Flächenleistung. |
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